Die Bedeutung eines Atemreglers
Taucherregler ist eine der wichtigsten Komponenten des Lebenserhaltungssystems unter Wasser. Es sorgt dafür, dass Hochdruckluft (200BAR) aus einer Tauchflasche wird reduziert auf Atemsicherer Druck (9,5 BAR). Manchmal stoßen Taucher jedoch auf ein Phänomen namens „Freifluss” – unkontrollierter Luftstrom aus der zweiten Stufe. Diese Situation kann nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich sein, da die Luftvorräte schnell erschöpft sind. Das Verständnis der TaucherreglerDie Ursachen des „Freeflows“ und deren Vermeidung sind für die Sicherheit jedes Tauchers von entscheidender Bedeutung.
Was ist ein „Freeflow“-Regler?
„Freeflow“ bezeichnet einen Zustand, in dem der Luftstrom aus der zweiten Stufe des Atemreglers nicht unterbrochen wird, selbst wenn der Taucher nicht atmet. Dies äußert sich in einem kontinuierlichen Ausströmen von Luftblasen aus dem Mundstück. Im Wesentlichen bedeutet dies, dass sich das Atemreglerventil nicht vollständig schließen kann, sodass die Luft ungehindert durchströmen kann.

Ursachen für „Freeflow“
„Freeflow“ kann aus verschiedenen Gründen auftreten, die sowohl mit dem technischen Zustand des Reglers als auch mit externen Faktoren zusammenhängen:
- Zwischendruck (IP) zu hoch: Die erste Stufe reduziert die Hochdruckluft aus der Flasche auf einen Zwischendruck (typischerweise etwa 10 bis 13 bar über dem Umgebungsdruck). Liefert die erste Stufe einen zu hohen Zwischendruck, kann dies dazu führen, dass sich das Ventil der zweiten Stufe öffnet und der Druck abnimmt.
- Falsche Einstellung oder Verschleiß des Zweitstufenreglers: Änderungen in der Leistung des Atemreglers sind am deutlichsten, wenn die zweite Stufe falsch eingestellt ist oder gewartet werden muss.6 Eine falsche Einstellung kann zu einer unzureichenden „Öffnungskraft“ führen, was zu einem „Freifluss“ führt.
- Unzureichende Federspannung: Eine interne Feder (Vorspannfeder) sorgt dafür, dass das Ventil bei Nichtgebrauch hermetisch abgedichtet ist. Bei zu geringer Federspannung schließt das Ventil möglicherweise nicht vollständig, was zu Luftlecks und „Freeflow“ führen kann.
- Hebelhöhe zu hoch: Die Höhe des Hebels der zweiten Stufe bezieht sich auf seine Ruheposition im Verhältnis zu Gehäuse und Membran. Ist der Hebel zu hoch eingestellt, kann das Ventil kurz vor dem Öffnen stehen und selbst bei geringen Druckänderungen zum „Freifluss“ neigen.5
- Venturi-Einstellschalter in Position „MAX“: Viele Atemregler verfügen über einen Venturi-Einstellschalter, der in der Position „MAX“ den Luftstrom zum Mund des Tauchers leitet und so den Einatemanstrengungsaufwand verringert.1 Diese Einstellung erleichtert zwar das Atmen, kann aber die Wahrscheinlichkeit eines „Freeflows“ erhöhen, insbesondere an der Oberfläche oder bei starker Strömung.1
- Beschädigte oder verschlissene Dichtflächen: Der weiche Sitz und die Öffnung des Ventils der zweiten Stufe bilden eine hermetische Abdichtung.1 Kleinere Defekte, Verschleiß oder unzureichende Abdichtung können zu Luftlecks und Druckaufbau führen, was zu „Freeflow“ führt.2
- Vereisung in kaltem Wasser: In sehr kaltem Wasser, insbesondere wenn der Regler nicht für kaltes Wasser ausgelegt ist oder nicht ordnungsgemäß gewartet wurde, kann sich am Ventileinlass Eis bilden, was zu einem „freien Durchfluss“ führt.7
- Starke Strömungen: Einige Reglermodelle verfügen über speziell entwickelte Öffnungen in der Frontabdeckung, die ein „Freifließen“ bei starker Strömung verhindern.7 Dies deutet darauf hin, dass starke Strömungen zusätzlichen Druck auf die Membran ausüben und ein Öffnen des Ventils bewirken können.

So verhindern und bewältigen Sie „Freeflow“
Um Freeflow zu verhindern und wirksam zu bekämpfen, sind regelmäßige und ordnungsgemäße Wartung der Ausrüstung und das Verständnis ihrer Funktionsweise erforderlich:
- Regelmäßige und fachgerechte Wartung, durchgeführt von einem zertifizierten Techniker:
- Befolgen Sie zur Einstellung und Feinabstimmung der zweiten Stufe immer die Empfehlungen des Herstellers.
- Verwenden Sie die richtigen Werkzeuge. Vermeiden Sie verstellbare Schraubenschlüssel, um eine Beschädigung der Teile zu verhindern.
- Stellen Sie sicher, dass die erste und zweite Stufe ordnungsgemäß durchlaufen werden, um sicherzustellen, dass die Sitze richtig befestigt sind.
- Es wird dringend empfohlen, routinemäßige Wartungs- und Reparaturarbeiten von werksgeschulten und autorisierten Technikern durchführen zu lassen.
- Überprüfen Sie immer, ob der Zwischendruck (IP) der ersten Stufe stabil ist und innerhalb der Herstellerspezifikationen liegt, bevor Sie die zweite Stufe einstellen.
- Einstellung der zweiten Stufe:
- Venturi-Einstellung: Verwenden Sie an der Oberfläche oder unter Wasser die Position „MIN“ oder „Pre-Dive“, um ein unerwünschtes „Freeflow“ zu verhindern.
- Einstellen der Knackkraft: Durch Anpassen des Betätigungsaufwands (z. B. mit einem externen Knopf oder einer internen Sitzeinstellung) kann das Risiko eines „Freeflows“ verringert werden. Ein höherer Betätigungsaufwand kann den „Freeflow“ in turbulenten Umgebungen verhindern.
- Hebelhöhenverstellung: Die Einstellung der Hebelhöhe (über die Position der Öffnung) beeinflusst das Risiko eines „Freeflows“. Eine zu hohe Einstellung kann zu „Freeflow“ führen. Zu diesem Zweck werden spezielle Werkzeuge verwendet.
- Sitzeinstellung (Öffnungsposition): Durch Drehen der Öffnungen nach innen erhöhen sich die Federspannung und der Betätigungsaufwand, wodurch das Risiko eines „Freiflusses“ verringert wird. Durch Drehen nach außen verringern sich die Spannung und der Betätigungsaufwand, wodurch das Risiko eines „Freiflusses“ erhöht wird.
- Maßnahmen bei Freeflow:
- Wenn durch das Spülen ein freier Fluss entsteht, kann dieser durch leichtes Blockieren des Mundstücks gestoppt werden.
- Kommt es aufgrund eines zu hohen Zwischendrucks zu einem Freeflow, beginnt die zweite Stufe unkontrolliert zu fließen. In diesem Fall ist es wichtig, den Tauchgang sofort abzubrechen und einen sicheren Aufstieg durchzuführen.
- Allgemeine Pflege:
- Spülen Sie den Regler, während er unter Druck steht und mit der Flasche verbunden ist, um zu verhindern, dass Wasser in das Ventil eindringt.
- Lassen Sie den Atemregler vor der Lagerung vollständig trocknen; schütteln Sie die zweite Stufe, um eingeschlossenes Wasser zu entfernen.
- Setzen Sie den Regler keiner direkten Sonneneinstrahlung aus.
- Verwenden Sie für Reparaturen nur Originalteile des Herstellers.

Schlussfolgerungen
Freier Durchfluss ist ein ernstes Problem, das die Tauchsicherheit beeinträchtigen kann. Das Verständnis der Ursachen und die ordnungsgemäße Wartung des Atemreglers sind unerlässlich. Die sorgfältige Einstellung und Wartung des Atemreglers durch geschulte und autorisierte Techniker mit Spezialwerkzeugen dient nicht nur der Leistungsoptimierung, sondern auch der Sicherheit des Tauchers unter Wasser. Versuchen Sie niemals, interne Atemreglereinstellungen vorzunehmen, wenn Sie nicht über die entsprechende Ausbildung und die entsprechenden Werkzeuge verfügen.
