„Gott bescheuert, wie heiß… aber aus irgendeinem Grund will ich Sex.“ Seien wir ehrlich – diesen Gedanken kennen viele von uns aus Hitzewellen. Einerseits sehnt sich der Körper nach einer kalten Dusche, einem Ventilator und Schatten. Andererseits scheint das sexuelle Verlangen stärker als sonst. Zufall? Wohl kaum. Dafür gibt es eine rein wissenschaftliche und evolutionäre Erklärung, die überraschenderweise viel mit unserer Leidenschaft fürs Tauchen gemeinsam hat.
Biologische Chemie: Vitamin D und Dopamin
Im Sommer funktionieren unsere Körper anders. Sonnenlicht stimuliert Vitamin D Die Produktion ist direkt verantwortlich für den Anstieg des Testosteronspiegels (bei Männern und Frauen) und des Östrogenspiegels. Darüber hinaus aktivieren Sonne und Wärme die „Glückshormone“. Serotonin und DopaminWir fühlen uns lebendiger, freier und… leidenschaftlicher.
Evolutionär betrachtet war der Sommer schon immer die Zeit, in der die Natur erwacht, Ressourcen reichlich vorhanden sind und das Energieniveau am höchsten ist. Kein Wunder also, dass selbst bei über 30 Grad die Gedanken zu angenehmen Vergnügungen abschweifen.
Aber warum diskutieren wir das ausgerechnet in einem Tauchblog?
Denn Taucher haben ihre ganz eigene „Wärmeformel“. Während sich Normalsterbliche bei Rekordtemperaturen vor Klimaanlagen aufhalten, ziehen wir unsere Neoprenanzüge an. Und hier beginnt der interessanteste Teil.
- Zunächst der physische Kontakt. Wer schon mal versucht hat, in der Sonne einen 7-mm-Neoprenanzug anzuziehen, weiß, dass das ein besseres Training ist als CrossFit. Man schwitzt in Strömen, die Muskeln arbeiten, und dem Partner beim Zuziehen des Reißverschlusses oder beim Aufhängen der Ausrüstung zu helfen, steigert die körperliche Intimität.
- Zweitens, Kontrast. Das Gefühl, wenn man endlich in das kühle Wasser der Ostsee oder eines Steinbruchs gleitet, ist pure Euphorie. Der Körper erlebt einen angenehmen Reiz. Die Durchblutung wird angeregt, das Rezeptorsystem wird von der Fülle der Empfindungen förmlich überflutet. Diese Aufregung hält selbst nach dem Verlassen des Ufers noch an.
- Drittens, Stickstoffnarkose und Adrenalin. Tauchen an sich ist ein hormoneller Cocktail. Das Adrenalin, das wir unter Wasser aufnehmen, die Aufregung des Entdeckers und die leichte Euphorie, die die Tiefe mit sich bringt, wirken wie ein natürliches Aphrodisiakum.
Post-Tauch-Syndrom
Nach einem erfrischenden Bad, wenn das Salzwasser auf der Haut verdunstet ist und die Sonne wieder wärmt, ist der Körper vollkommen entspannt und der Geist erfrischt. Es gibt keinen besseren Ort und keine bessere Zeit für Romantik als ein ruhiger See oder Strand nach einer erfolgreichen Wracksuche oder Geisternetzexpedition. Man hat etwas Großartiges geleistet, der Partner sieht fantastisch aus (selbst mit leicht zerzausten Haaren und Maske), und die Sommerhitze macht sich bemerkbar.
Wenn Sie also das nächste Mal während einer Hitzewelle so denken, wundern Sie sich nicht. Es ist einfach ein Bedürfnis. Und wissen Sie, wie man Hitze, Leidenschaft und ein eiskaltes Abenteuer am besten miteinander verbindet?
Packt eure Ausrüstung ein, schnappt euch euren Partner und geht tauchen. Denn unter Wasser sind wir schwerelos, aber an Land sind wir bereit, das Leben in vollen Zügen zu genießen.
Sicherheitshinweis (denn wir sind schließlich Taucher): Egal wie heiß es am Strand und in deinem Herzen ist, denk daran, ausreichend zu trinken! Trink Wasser vor und nach dem Schwimmen… und auch zwischendurch.
Wir sehen uns unter Wasser!
