„Hallo, Kollegen und Unterwasserbegeisterte!
Im Laufe der Jahre habe ich bei meinen Ausbildungen und der Erkundung von Wracks in der Ostsee unzählige Diskussionen darüber miterlebt, ob Alleintauchen nun Leichtsinn oder Kunstflug sei. Als Tauchlehrer sage ich es Ihnen ganz offen: Beim Alleintauchen geht es nicht darum, das Partnersystem zu ignorieren. Es geht darum, bestmöglich vorbereitet zu sein.“
— Valters Preimanis, SDI/TDI-Ausbilder
Alleintauchen ist längst kein Tabu mehr, erfordert aber ein völlig anderes Maß an Verantwortung und Vorbereitung. Anders als beim Sporttauchen mit einem Tauchpartner, wo das Buddy-System als Sicherheitsnetz dient, muss ein Alleintaucher für seine eigene Sicherheit sorgen. In diesem Artikel beleuchten wir die wichtigsten Aspekte, die jeder, der das Alleintauchen in Erwägung zieht, beachten sollte.
1. Psychologische Vorbereitung
Der erste und wichtigste Schritt beim Solotauchen ist nicht die Ausrüstung, sondern die richtige Einstellung. Die SDI-Standards für Solotaucher betonen, dass ein Taucher seinen Tauchgang mit folgender Einstellung beginnen sollte: Umfassendes Verständnis Es geht um Ihren Gasverbrauch und Ihren Tauchplan. Eine „grobe Schätzung“ reicht nicht aus – jeder Liter Gas und jede Minute unter Wasser muss genau berechnet werden.

2. Gasplanungsmathematik: SAC vs. RMV
Für eine präzise Tauchplanung ist es notwendig, den Unterschied zwischen zwei Schlüsselbegriffen zu verstehen:
- SAC (Oberflächenluftverbrauch): Dies ist ein Maß für Ihren Luftverbrauch an der Oberfläche, üblicherweise gemessen in Druckeinheiten (z. B. Bar oder PSI pro Minute). Im Kontext des Alleintauchens wird der Luftverbrauch an der Oberfläche als … betrachtet. Konstante – Dies ist Ihr Ausgangswert im Ruhezustand an der Oberfläche.
- RMV (Atemminutenvolumen): Das ist Variable Ein Wert, der das tatsächliche Gasvolumen (in Litern) angibt, das Sie bei einer bestimmten Tiefe und Belastung verbrauchen.
Berechnungsbeispiel:
Wenn Ihre SAC 14 Liter/min beträgt und Sie planen, auf eine Tiefe von 30 Metern (4 ATA Druck) mit einem „Tauchfaktor“ von 1,5 (unter Berücksichtigung der Last bzw. Sicherheitsmarge) zu tauchen, beträgt Ihr erforderliches RMV:
14 (SAC) × 4 (ATA) × 1,5 (Faktor) = 84 Liter pro Minute.

3. Die Drittelregel
Das Gasmanagement ist beim Alleintauchen von entscheidender Bedeutung. Die sicherste und empfehlenswerteste Methode ist: „Drittelregel“:
- Ein Drittel – sich voll und ganz darauf einzulassen und das Ziel zu erreichen.
- Ein Drittel – für die Rückreise und das Wiederauftauchen.
- Ein Drittel – die unverletzliche Reserve für Notfälle.
Wichtig zu beachten: Wenn Sie eine Ersatzgasflasche (Ponyflasche) haben, ist es Gas nicht Die Berechnung berücksichtigt den Reservezylinder. Dieser ist ausschließlich für Notfälle vorgesehen, um nach einem Ausfall des primären Systems einen sicheren Start zu gewährleisten.
4. Redundanz: Pony-Flaschen- und unabhängige Systeme
Ein Solotaucher darf nicht mit nur einer einzigen Luftversorgung tauchen. Ponyflasche Es handelt sich um ein vollständig autonomes, redundantes Gassystem. Es umfasst einen separaten Zylinder sowie eine erste und eine zweite Stufe.
- Warum ist das notwendig? Sollte Ihr Hauptregler unkontrolliert Luft entweichen lassen oder der Hochdruckschlauch brechen, bleiben Ihnen (je nach Tiefe) noch einige Minuten, bevor Ihre Tauchflasche leer ist. Dank des redundanten Systems können Sie einfach auf den anderen Regler umschalten und den Tauchgang in Ruhe beenden.
5. Notfallmaßnahmen
Ein Alleintaucher muss darauf vorbereitet sein, Probleme zu lösen, für die er normalerweise die Hilfe eines Tauchpartners benötigen würde:
- Maske: Wenn das Maskenband reißt, muss ein Solotaucher eine Ersatzmaske dabei haben, die er ohne Sehhilfe aufsetzen und reinigen kann.
- BCD-Verweigerung: Wenn der Inflator unkontrolliert Luft ausstößt (freier Luftstrom), muss sofort der Schlauch abgeklemmt und überschüssige Luft abgelassen werden, um einen unkontrollierten Auftrieb zu vermeiden.
- Gasverlust: Studien haben gezeigt, dass in 30 m Tiefe ein vollständiger Gasverlust durch einen geplatzten Flüssiggasschlauch eine Gasflasche in weniger als 2 Minuten entleeren kann. Dies unterstreicht erneut die Notwendigkeit einer unabhängigen Reserveversorgung.
Abschluss
Alleintauchen ist nicht jedermanns Sache. Es erfordert Erfahrung, Ruhe und technisches Können. Bevor Sie allein unter Wasser gehen, vergewissern Sie sich, dass Ihre Ausrüstung einwandfrei funktioniert (jährliche Wartung!), Ihre Planung auf Fakten und nicht auf Vermutungen basiert und Ihre Fähigkeiten so weit perfektioniert sind, dass sie Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen sind.
Tauche sicher und vergiss nie: Du allein bist für deine Sicherheit unter Wasser verantwortlich!
Erstellt auf Grundlage von Schulungsmaterialien für Solotaucher.
