Foto und Video: Taucher untersuchen Wracks in Ziemupe

Der Tauchclub „Daivings“ organisierte im August das vierte Tauchfestival in Lettland. Dieses Mal wählten die Taucher Ziemupi, wo sie im Auftrag von Archäologen auch eine Untersuchung der Wracks durchführten.

Das Fest dauerte insgesamt drei Tage und war eine der Aktivitäten der Freizeitveranstaltung „ma-DARA“, bei der sich Interessierte über die Arbeit der Taucher informieren konnten.

Da die See rau war, wurde das Festival von Tauchclublehrer Valters Preimanis eröffnet, der allein mit dem Boot aus Pāvilosta am Strand von Ziemupe ankam und von seinen anderen Kollegen begrüßt wurde.

Er weist darauf hin, dass die Veranstaltung nicht nur der Neugier und dem Vergnügen der Taucher dient, sondern auch mit einem nützlichen Zweck verbunden ist – beim Unterwasser-Tauchfestival werden Wracks untersucht.

„Wir untersuchen die Wracks direkt im Auftrag von Archäologen. Sie geben uns beispielsweise eine Liste mit 16 Objekten, wir untersuchen sie und geben ihnen die Informationen.“

Oft seien auch Experten selbst an der Forschung beteiligt, doch ihre Zeitpläne seien eng, sagt V. Preimanis.

Dieses Mal tauchten zwei Archäologen und ein Unterwasserarchäologe beim Festival. Alle hatten zuvor beim Verein „Daivings“ trainiert.

Nur ein paar zertifizierte Taucher gingen am Freitag auf Erkundungstour, der Großteil des Teams stieß am Samstag dazu.

V. Preimanis sagt, dass dies sein Hauptberuf sei, aber viele andere würden es als Hobby betreiben, sodass er es mit anderen Arbeiten kombinieren müsse und die für das Festival zur Verfügung stehende Zeit begrenzt sei.

Die Tauchsaison in Lettland dauert von Mai bis September und so genossen die Teilnehmer des Festivals in Ziemupe eines der letzten Treffen des Jahres in den Tiefen der Ostsee.

„Die Objekte, die wir hier sehen wollen, liegen in bis zu 40 Metern Tiefe. Es sind verschiedene Wracks. Manche haben bekannte Namen, manche nicht“, erklärt der Ausbilder.

Das Festival hatte zuvor bereits anderswo stattgefunden, doch die Idee, die Veranstaltung an der Ostseeküste abzuhalten, gefiel ihnen.

„Weil es hier einen historischen Ort gibt. Ein weiterer Grund ist, dass einer meiner Studenten und ich einmal bei der „ma-DARA“-Veranstaltung waren, um Taucher auszustellen. Dieses Jahr wollten wir etwas anderes. Also fragte ich meinen Freund, wie wäre es, wenn wir das Festival während der „ma-DARA“-Veranstaltung veranstalten würden“, erklärt V. Preimanis.

Typischerweise fahren Taucher des Tauchclubs „Daivings“ mit dem Boot zu Wracks, die 100 Meter bis 15 Kilometer von der Küste entfernt liegen. Foto: aus dem Archiv des Tauchclubs „Daivings“
Neben der Wrackbesichtigung leistet der Verein auch andere Arbeit. So geht er beispielsweise auf die Anliegen der Bevölkerung ein.

Letztes Jahr erhielten wir Hinweise, dass sich etwas Verdächtiges im Meer befand. Wir gingen der Sache nach und stellten fest, dass es sich um ein riesiges Netz handelte, das am Grund hing. Es war voller Anker und Schwimmkörper. Es schwamm wie eine große Stange im Meer. Dieses Jahr gingen wir hin und hoben drei Tonnen Material. Drei Boote waren dabei.

Auf die Frage, ob sie in der Ostsee häufig Müll antreffen, bejahen die Taucher. Auch an Schiffswracks sind Plastiktüten oder verschiedene Dosen zu sehen. V. Preimanis geht davon aus, dass ein Großteil des Mülls durch Seeleute im Meer gelandet ist.

Taucher des Clubs „Daivings“ haben mit Müll und Umweltverschmutzung zu kämpfen, auch bei der Untersuchung von Schiffswracks. Am häufigsten sieht man Plastiktüten, Blechdosen und alte Fischernetze im Wasser, in denen sich nicht nur Tiere, sondern auch Anker, Schwimmkörper und andere Dinge verfangen. Foto: aus dem Archiv des Tauchclubs „Daivings“. Einer der Teilnehmer, Tauchlehrer Mārtiņš Angers, berichtet begeistert von seiner Beobachtung, dass die Ostsee eine überraschend gute Sicht hat – stellenweise kann man sogar in 15 bis 20 Metern Tiefe ohne Beleuchtung auskommen, besonders an sonnigen Tagen.

Er ist seit drei oder vier Jahren aktiver Taucher, taucht jedoch erst seit dem letzten Jahr regelmäßig vor der Küste Lettlands.

„Wir haben geografisch neue interessante Orte entdeckt. Unter Wasser gibt es solche felsigen Hänge. Wir haben alle geplanten Ziele erreicht, mehrere Wracks untersucht und vier potenzielle Standorte erkundet“, sagt V. Preimanis nach dem letzten Festival.

Der Tauchlehrer weist darauf hin, dass den Besuchern bei der Freizeitveranstaltung „ma-DARA“ etwas über Ökologie erzählt wurde und warum der Club versucht, zurückgelassene Netze von Fischern zu finden und zu entfernen.

Das Interesse der Leute sei groß gewesen, weil sie Fragen gestellt hätten, freut sich der Taucher.